Klassische Homöopathie (Hahnemann)

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  • Vithoulkas
  • Sehgal
  • Sankaran

Die Geschichte der Entstehung der Homöopathie Hahnemanns ist hinlänglich bekannt und heutzutage in jeder Zeitschrift, Gesundheitssendung des Fernsehens oder entsprechenden Website nachzulesen. Hier soll sie abgekürzt werden.

Die Homöopathie ist eine in sich abgeschlossenen Heilweise. Sie unterscheidet sich von der Schulmedizin und den meisten Naturheilverfahren dadurch, dass jeder Kranke in seiner einmaligen Ganzheit (Körper-Geist-Seele) behandelt wird. Es gibt für die derzeitige Erkrankung des Patienten nur EIN passendes Heilmittel, welches in dynamisierter Form verabreicht wird. Der Homöopath hat die Aufgabe die Symptome des Patienten mit den Heilmitteln der Natur zu vergleichen und ihre übereinstimmende Wesentlichkeit zu erkennen. Dieses eine, passende Heilmittel wird die Lebenskraft des Patienten ansprechen und so zu einer Heilung führen, die nach dem Hering´schen Gesetz von oben nach unten, von innen nach außen und von neu nach alt verlaufen soll. Dies bedeutet nicht, wie so oft falsch postuliert, dass nicht im Laufe einer homöopathischen Behandlung verschiedene Heilmittel, dem jeweiligen Zustand des Patienten entsprechend, verordnet werden müssen, um zu einer vollendeten Heilung zu kommen.

Simila similibus curentur.

1796 stellte Hahnemann seine Erkenntnisse zum ersten Mal der wissenschaftlichen Öffentlichkeit durch eine Veröffentlichen in “Hufelands Journal” zur Verfügung. Dieses Datum gilt somit bei Medizinhistorikern als Beginn der Homöopathie, obwohl erste Grundlagen schon durch Hippokrates und Paracelsus geschaffen waren. Die Grundlage aller homöopathischen Therapien ist die Ähnlichkeitsregel. “Wähle, um sanft, schnell, gewiss und dauerhaft zu heilen in jedem Krankheitsfall eine Arznei, welche ein ähnliches Leiden erregen kann als sie heilen soll”

Eine Behandlung mit demjenigen Arzneimittel, welches beim gesunden Menschen die meisten ähnlichen Symptome erzeugt, vermag, in potenzierter Form verabreicht, die Krankheit zu heilen (§25 Organon der Heilkunst).

Eine Therapie mit Gegenmitteln – contraria contrariis – zum Beispiel bei Schmerzen, Durchfällen oder anderen akuten Zuständen wurde durch Hahnemann abgelehnt, vor allem wegen der Gefahr der langfristigen Verschlimmerung, der alleinigen Unterdrückung von Symptomen oder der Entstehung neuer Krankheiten (Literaturempfehlung zu diesem Thema: N.N.)

A NEW MODEL FOR HEALTH AND DISEASE, George Vithoulkas). Hier sei betont, dass eine Therapie mit Gegenmitteln IN NOTFÄLLEN AUSDRÜCKLICH ERLAUBT war und ist. Das gleiche gilt für chirurgische Maßnahmen.

Außerdem wird heute oft und gerne übersehen, dass Hahnemann, begleitend zur klassischen Homöopathie, zahlreiche physikalische und diätetische Maßnahmen befürwortet hat.

Die Homöopathie wird, seit ihrer Entdeckung durch Samuel Hahnemann, ständig weiterentwickelt. Die neuen Ansätze scheinen immer einer Vereinfachung der homöopathischen Arbeit zu dienen.

Einige der wichtigsten Weiterentwicklungen und deren Vertreter sollen hier kurz vorgestellt werden.

Korsakoff, der Staatsratgeber und Homöopath von Zar Nicolaus I. entwickelte ein anderes Verfahren der Potenzierung: die Einglasmethode, geboren aus dem Zweckoptimismus bei den vielen Reisen mit dem Zar nicht so viel Gerätschaften mitnehmen zu müssen (Mörser, Flaschen, Arzneimittelträger usw.) Diese Methode der Potenzierung wird unter anderem auch in Belgien angewandt. Über die Wirkung von Hahnemann- und Korsakoff-Potenzen und deren Verhältnis zueinander sind die Meinungen verschieden. Allgemein nimmt man an, dass eine 30er Potenz Hahnemann in etwa einer 200er Potenz Korsakoff entspricht.

Georgos Vithoulkas führte die Verschreibung auf der Basis der Essenz einer Arznei in die Homöopathische Behandlung ein. Hiermit orientiert er sich an den klassischen Kriterien der Verschreibung auf die Gesamtheit der Symptome und der Symptomenauswahl nach Paragraph 153 des Organons, legt aber besondere Gewichtung auf die Geistes- und Gemütssymptomatik. Damit erfüllt er die Forderung von Hahnemann und Kent, die die Bedeutung dieser Symptome für das den Patienten in seiner Gesamtheit heilende Arzneimittel bereits hervorgehoben haben.

Dr. Sehgal hat eine weitere, revolutionäre Methode entwickelt. Seine Methode vernachlässigt die Gesamtheit der Symptome und deren Auswahl nach Paragraph 153 des Organon. Die Auswahl des Arzneimittels erfolgt ausschließlich aufgrund der Geistes- und Gemütssymptome, die präsent, hervorstechend, beständig und tatsächlich sind.

Dr. Rajan Sankaran entwickelte die Theorie, dass sich alle Patienten einer bestimmten Gruppe von Heilmitteln zuordnen lassen. Die großen Gruppen sind Mineralien, Pflanzen, Tiere und Nosoden.

Anthroposophische Homöopathie

Die anthroposophische Homöopathie kann durchaus als Bereicherung der klassischen Homöopathie betrachtet werden. Die Arzneimittelbilder unserer materia medica beruhen auf Wahrnehmung. Bei Arzneimittelprüfungen werden die Symptome, die durch den eingenommenen Stoff verursacht werden, wahrgenommen und gewissenhaft notiert. Aufgrund der anderen Wahrnehmungsart der Natur durch die Anthroposophen (diese soll später an anderer Stelle dieser Seite betrachtet werden), können wir die Stoffe von innen begreifen. Sie bekommen somit eine andere Dimension, in der Sprache der Homöopathen als Signatur des Stoffes bezeichnet.

Komplexmittel – Homöopathie

Ein Komplexmittel besteht aus einer Vielzahl von homöopathischen Einzelmitteln, oft in unterschiedlicher Potenz und immer danach ausgewählt, ein bestimmtes Krankheitsbild oder Organsystem zu beeinflussen. Sicher eine Möglichkeit, bei umschriebenen Klagen einfacher und schneller zu verschreiben. Der Homöopath muss nicht länger erarbeiten, welches der Mittel nun ganz genau oder wenigstens am besten passt. Es wird davon ausgegangen, dass entweder der ganze Komplex eine heilende Wirkung zeigt, oder das passende Mittel darin enthalten ist. Diese Komplexmittel haben ganz sicher ihre Berechtigung. Es gibt genügend Studien, die ihre Wirksamkeit beweisen. Dennoch bergen sie auch die Gefahr, Symptome zu unterdrücken, statt dauerhaft zu heilen. Eine Chance dieser Komplexe sollte man jedoch nicht übersehen: wenn sie dauerhaft zur Besserung führen, ist es angebracht, sich mit den darin enthaltenen Einzelmitteln zu beschäftigen, und zu versuchen, das “Eine”, passende Mittel herauszufinden. Die Wirkung dieser Komplexe ist unbestritten, jedoch sind klassische Homöopathen und Anhänger “der reinen Lehre Hahnemanns” der Überzeugung, dass das richtig gewählte Einzelmittel tiefer, schneller und dauerhafter heilt.

Pluralistische Homöopathie

Bei der pluralistischen Homöopathie, die besonders oft in Frankreich und Belgien angewandt wird und auch bei einigen anthroposophisch arbeitenden Therapeuten eingesetzt wird, verschreibt der Behandler mehrere Mittel (Nicht-Komplexe, aber auch Komplexe) gleichzeitig. Dabei werden Mittel für die akuten Zustände mit konstitutionellen Mitteln verordnet. Meist werden diese über einen längeren Zeitraum und in niedrigeren Potenzen verordnet. Auch hier ist die Wirksamkeit des Verfahrens unbestritten, dennoch behaupten die klassischen Homöopathen der "reinen Lehre Hahnemanns", dass das richtig gewählte Einzelmittel schneller und tiefer wirkt.

 

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